Presse
Jazz in der Burg
Paul Rose brilliert mit bekannten Hits
 

01.07.2019

 

„Heißer Gitarrist mit einer heißen Zukunft“: Paul Rose mit seiner deutschen Tourband.

 Foto: Susanne Voss

BURGTHANN – An Tag zwei des Jazz Burgfestes in Burgthann wird der Auftritt des Briten Paul Rose zum Highlight des Abends. Im Vereinigten Königreich gilt Rose unangefochten als bester Rock- und Blues Gitarrist, dem schon Rory Gallagher seinen Tribut zollte. Olaf Forkel vom Jazz- und Kulturverein hat ihn nach zehn Jahren zurück auf die Burg geholt.
Saitenkünstler und Individualist

Stefan Kugler am Bass und Anselm Geyler an den Drums komplettieren das Konzert von Paul Rose kongenial. Den Auftakt macht ein Blues Shuffle: „Every day I have the blues“ singt Rose und man glaubt es ihm. Die Zuhörer reißt er von Anfang an mit. Vielstimmig wird „Tequila“ gesungen, bei Peter Greens „Black Magic Woman“ geht ein begeistertes Raunen durch das Publikum. Das Spektrum Roses Könnens und seiner Hingabe scheint unerschöpflich. Seine Bluesstimme ist eine Gänsehautmischung zwischen rauchig und kratzig.

Als er mit „House of the rising sun“ der Animals einen „Tribute to Newcastle“ ankündigt, ist damit sein künstlerischer Soulmate gemeint: Hank Marvin, Gitarrist und Songwriter aus Roses Heimat Newcastle. Die Zuhörer lassen sich nicht lange bitten und singen mit; „Down in New Orleans“ liegt für einen Moment mitten in Burgthann und textsicher sind die Spontan-Interpreten auch.
Die feine englische Art

Rose braucht keine Show; er ist selbst das Ereignis. Und Engländer. Eine Barriere zwischen der deutschen und der englischen Sicht auf die Dinge gibt es an diesem Abend nicht. Ganz im Gegenteil: Als Rose bittet, das Publikum möge ihm nicht die Schuld für seine idiotischen Politiker geben, brandet Applaus auf.

Es wäre nicht fair und sicher nicht richtig, den Briten auf seine Anklänge an Stars der Szene zu reduzieren. Er erreicht buchstäblich spielend Carlos Santana, Rory Gallagher oder Jimi Hendrix und es ist ein Erlebnis, seiner Instrumentalversion von „Eleanor Rigby“ zuzuhören. Am Ende trägt die Interpretation eines Titels aber immer seine ganz eigene Handschrift. Und dazu gehört auch, dass er zum Spaß zwischen Gallagher und Hendrix ein bisschen „Freude schöner Götterfunken“ einstreut.
Gitarre verschwunden

Ganz nebenbei erfahren die Zuhörer, dass bei Roses Ankunft am Flughafen Nürnberg seine kostbare Gitarre verschwunden war. Als erste Zugabe spielt er später „Leaving on a jetplane“. Er ist einen Tag nach dem Konzert nach England zurückgeflogen, um zuhause seinen Geburtstag zu feiern. Im Gepäck die Hoffnung, gemeinsam mit seiner Gitarre zurückzukehren.

Quelle: